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Viertaktmotor

Viertaktmotor · Frage 4 von 5

Was macht eine Zündkerze?

Die Zündkerze entzündet im Ottomotor das verdichtete Benzin-Luft-Gemisch. Die Zündspule schickt ihr bis zu 40.000 Volt, und zwischen ihren Elektroden springt ein Funke über einen Spalt von etwa 1 mm. Sie zündet einmal pro Arbeitsspiel, kurz vor dem oberen Totpunkt (OT), und das brennende Gas drückt den Kolben nach unten.

In dieser Tour drehst du die Kurbelwelle eines 3D-Motors von Hand, tippst, wann die Kerze zündet, und siehst, welchen Druck der Funke auslöst.

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Aufgeschnittener Vierzylindermotor mit Kolben, Kurbelwelle und Ventilen

So entsteht der Zündfunke

Die Zündkerze erzeugt keine Spannung. Die Autobatterie liefert nur 12 Volt, viel zu wenig, um durch Luft zu springen. Das übernimmt die Zündspule, bei modernen Motoren meist eine eigene für jede Kerze: Sie macht daraus einen kurzen Stoß von 10.000 bis 40.000 Volt und schickt ihn genau in dem Moment, den das Motorsteuergerät vorgibt, auf die Mittelelektrode der Kerze.

Die Kerze sorgt dafür, dass diese Hochspannung einen sicheren Weg und eine Funkenstrecke bekommt. Ein Isolator aus Keramik trennt die Mittelelektrode vom Metallgehäuse, das in den Zylinderkopf geschraubt ist und damit an Masse liegt. An der Spitze endet die Mittelelektrode kurz vor der Masseelektrode, einem kleinen Haken am Gehäuse. Der Elektrodenabstand beträgt bei den meisten Pkw-Motoren etwa 1 mm, je nach Motor 0,6 bis 1,8 mm. Die Spannung steigt, bis das Gas im Spalt leitend wird und der Funke überspringt.

Der Funke ist im Nu vorbei, erhitzt aber ein winziges Stück Gemisch so stark, dass es von selbst weiterbrennt. Von diesem Flammenkern aus läuft die Flammenfront durch den ganzen Brennraum. Die Kerze zündet nur, die Arbeit leistet der verbrennende Kraftstoff.

Die Tour, nacherzählt

Schritt für Schritt

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Eine Zündkerze in jedem Zylinder

Ein Ottomotor hat eine Zündkerze pro Zylinder, ein Reihenvierzylinder wie der in der Tour also vier. Jede ist von oben in den Zylinderkopf geschraubt und sitzt in der Decke des Brennraums, zwischen Einlass- und Auslassventil. Nur ihre Spitze ragt in den Brennraum, genau dorthin, wo das Gemisch am Ende des Verdichtungstakts zusammengedrückt ist.

Von außen siehst du den langen Keramikkörper und die Kappe obendrauf, im Modell rot. Sie verbindet die Kerze mit der Zündspule und verhindert, dass die Hochspannung außen zum Zylinderkopf überschlägt.

Aufgeschnittener Reihenvierzylinder, seine vier Zündkerzen hervorgehoben, je eine oben auf jedem Zylinder zwischen den Nockenwellen
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Wann zündet die Zündkerze? Kurz vor dem oberen Totpunkt

Viele stellen sich vor, die Kerze zündet, wenn der Kolben unten steht und der Zylinder voll mit frischem Gemisch ist, oder der Funke würde den Kolben von irgendwo nach unten schleudern. Beides passt nicht. Unten ist das Gemisch kaum verdichtet, etwa so dicht wie die Luft draußen, und der Kolben ist im Begriff hochzugehen: Würde es jetzt brennen, drückte die Flamme gegen den steigenden Kolben, und die Energie ginge verloren.

Stattdessen zündet die Kerze gegen Ende des Verdichtungstakts, kurz bevor der Kolben oben ankommt, im oberen Totpunkt (OT). Im Modell passiert das bei 350° des Arbeitsspiels von 720°, also 10° vor OT. Bis dahin hat der Kolben das Gemisch von 452 cm³ auf 54 cm³ zusammengedrückt, und der Druck ist von 0,7 bar auf 11,5 bar gestiegen. So dicht gepackt und durch das Verdichten schon heiß, verbrennt das Gemisch schnell und vollständig.

Zylinder 1 bei 350°, der Kolben knapp unter OT: Das verdichtete Gemisch ist violett, an der Kerzenspitze zwischen den Ventilen blitzt der Funke, 11,5 bar, Takt Verdichten
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Der Druck ist kurz nach OT am höchsten, deshalb kommt der Funke früher

Der Funke löst keine Explosion aus. Die Flamme braucht Zeit, bis sie sich von der Kerze bis ans andere Ende des Brennraums ausgebreitet hat, und so lange steigt der Druck weiter. Im Modell erreicht er 25,8 bar bei etwa 381°, rund 30° nach dem Funken und 20° nach OT. Dann hat der Kolben schon umgekehrt und geht nach unten, das Gas drückt ihn also in seine Bewegungsrichtung und macht aus dem Druck möglichst viel Arbeit. Nach den Zahlen des Modells käme dieselbe Verdichtung ohne Funken nur auf 12,7 bar im OT.

Deshalb muss die Kerze vor OT zünden: Der Vorsprung legt den Druckhöhepunkt an die richtige Stelle. Je schneller der Motor dreht, desto mehr Kurbelwinkel braucht dieselbe Verbrennung, also verschieben echte Motoren den Zündzeitpunkt mit steigender Drehzahl nach früh. Bei hoher Drehzahl brennt die Flamme aber auch schneller, weil das Gemisch stärker verwirbelt ist. Deshalb wächst die Frühzündung nicht immer weiter, sondern endet bei etwa 30° vor OT. Im Modell bleibt sie fest bei 10°.

Zylinder 1 bei 420° im Arbeitstakt: Über dem Kolben, der nach unten geht, leuchtet das brennende Gas orange, 9,6 bar, Takt Arbeiten
Schritt 5 von 7 · Erklären · Warum der Funke früher kommtDiesen Schritt in 3D öffnen

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Zündfolge beim Vierzylinder: 1-3-4-2

Jede Kerze zündet einmal pro Arbeitsspiel, und ein Arbeitsspiel dauert zwei Kurbelwellenumdrehungen. Die vier Zylinder sind um je ein Viertel des Arbeitsspiels versetzt, also kommt alle halbe Umdrehung, alle 180°, ein Zündfunke, und immer ist ein Zylinder im Arbeitstakt. Im Motor der Tour lautet die Zündfolge 1-3-4-2, die häufigste beim Reihenvierzylinder.

Das macht zwei Zündungen pro Kurbelwellenumdrehung. Im Leerlauf bei etwa 850 Umdrehungen pro Minute zündet jede Kerze 425-mal pro Minute, der ganze Motor 1.700-mal. Im Modell ist Zylinder 1 der am Schwungrad. Bei den meisten echten Reihenmotoren ist es umgekehrt: Zylinder 1 sitzt an der Seite mit Zahnriemen oder Steuerkette, gegenüber vom Schwungrad, und von dort aus wird gezählt.

Der aufgeschnittene Reihenvierzylinder läuft langsam, seine vier Zündkerzen sind hervorgehoben, die Zylinder stehen in verschiedenen Takten, in einem leuchtet brennendes Gas
Schritt 6 von 7 · Erklären · Vier Kerzen im Wechsel: 1-3-4-2Diesen Schritt in 3D öffnen

Zündzeitpunkt: warum er sich verschiebt

Der Moment des Funkens heißt Zündzeitpunkt und wird in Grad Kurbelwinkel vor OT angegeben. Echte Ottomotoren zünden zwischen etwa 10° vor OT im Leerlauf und etwa 30° bei hoher Drehzahl. Auch die Last spielt mit: Bei Vollgas ist der Zylinder voller, das Gemisch brennt schneller, und der Motor ist näher am Klopfen. Er braucht dann weniger Frühzündung als bei gemütlicher Fahrt mit wenig Gas.

Liegt der Zeitpunkt daneben, merkt das der Motor. Zündet die Kerze zu früh, steigt der Druck, während der Kolben noch hochgeht. Der unverbrannte Rest des Gemischs kann sich dann schlagartig selbst entzünden: Du hörst ein metallisches Klingeln, das Klopfen, und auf Dauer leiden die Kolben. Zündet sie zu spät, kommt der Druckhöhepunkt erst, wenn der Kolben schon weit unten ist: Der Motor verliert Leistung, verbraucht mehr, und das Abgas wird sehr heiß. Früher stellte der Zündverteiler den Zeitpunkt ein, heute berechnet ihn das Steuergerät für jeden Funken aus Drehzahl, Last und Temperatur. Klopfsensoren am Motorblock melden, wenn es klopft, und das Steuergerät nimmt die Zündung sofort zurück.

Aufbau einer Zündkerze

Eine Zündkerze ist in Schichten um die Mittelelektrode gebaut. Oben sitzt der Anschlussbolzen, auf den die Zündspule oder ihr Stecker kommt. Darunter hält der weiße Keramikisolator aus Aluminiumoxid die Mittelelektrode und verhindert, dass Zehntausende Volt zum Gehäuse abfließen. Die Rippen außen verlängern den Weg über die Oberfläche, damit kein Strom darüber kriecht. Viele Kerzen haben im Isolator einen Entstörwiderstand, der Funkstörungen durch den Zündfunken dämpft.

Das Metallgehäuse hält alles zusammen. Am Sechskant setzt der Zündkerzenschlüssel an, das Gewinde kommt in den Zylinderkopf, und ein Dichtring oder ein kegeliger Sitz hält das Verbrennungsgas im Zylinder. Unten biegt sich die Masseelektrode zur Spitze der Mittelelektrode hin und lässt den Spalt frei, über den der Funke springt. Außerdem muss die Kerze Wärme von ihrer Spitze in den Zylinderkopf ableiten. Wie gut sie das tut, gibt der Wärmewert an.

Wärmewert: zwischen Selbstreinigung und Glühzündung

Die Spitze des Isolators steckt mitten im Feuer, ihre Temperatur ist deshalb wichtig. Unter etwa 450 °C brennen Ruß und Ölreste nicht ab. Sie setzen sich auf der Spitze fest, bis sie leitend werden und der Strom daran abfließt, statt als Funke zu springen: Die Kerze verrußt. Über etwa 850 °C wird die Spitze selbst so heiß, dass sie das Gemisch vor dem Funken entzündet. Diese Glühzündung kommt viel zu früh und kann Elektroden und Kolben schmelzen. Eine Kerze soll zwischen diesen beiden Grenzen arbeiten.

Wie heiß eine Kerze wird, beschreibt ihr Wärmewert. Eine heiße Kerze hat eine lange Isolatorspitze, die Wärme nur über einen langen Weg abgibt. Sie bleibt heiß und reinigt sich selbst, das passt zu Motoren, die kühl und gemächlich laufen. Eine kalte Kerze hat eine kurze Spitze, die Wärme schnell an den Zylinderkopf weitergibt, das passt zu Motoren mit hoher Last, etwa mit Turbolader. Die Hersteller nummerieren den Wärmewert unterschiedlich, richtig ist also die Kerze, die der Motorhersteller vorschreibt.

Kupfer, Platin oder Iridium und wann wechseln

Jeder Funke trägt ein wenig Elektrodenmetall ab. Der Spalt wird langsam größer, und die Zündspule braucht mehr Spannung, um ihn zu überbrücken. Einfache Kerzen mit einer Elektrode aus Nickellegierung um einen Kupferkern sind günstig und leiten Wärme gut, verschleißen aber am schnellsten: Sie werden meist alle 30.000 bis 50.000 km gewechselt. Kerzen mit einer dünnen Spitze aus Platin oder Iridium an der Mittelelektrode halten viel länger, etwa 100.000 km und mehr. Viele moderne Motoren haben sie ab Werk.

Diese Werte sind übliche Spannen, keine festen Regeln. Es gilt das Intervall im Wartungsplan deines Autos, und es lohnt sich, die vorgeschriebene Kerze einzubauen: Ein anderer Elektrodenabstand oder Wärmewert kann den Motor schlechter laufen lassen.

Woran du eine verschlissene Zündkerze erkennst

Eine verschlissene oder verrußte Kerze zündet schwach oder nicht bei jedem Mal. Ihr Zylinder hat dann Zündaussetzer: Der Motor ruckelt oder läuft im Leerlauf unrund, zieht beim Beschleunigen schlecht, springt besonders bei Kälte schwer an und verbraucht mehr, weil unverbranntes Gemisch in den Auspuff geht. Oft leuchtet die Motorkontrollleuchte mit einem Fehlercode für Zündaussetzer in diesem Zylinder, und der unverbrannte Kraftstoff kann den Katalysator überhitzen.

Am Kerzengesicht lässt sich viel ablesen: Hellgraue bis rehbraune Beläge zeigen einen gesunden Motor, schwarzer Ruß ein zu fettes Gemisch oder eine zu kalte Kerze, weiße, blasige oder angeschmolzene Spitzen eine Überhitzung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum braucht ein Diesel keine Zündkerze?
Ein Diesel zündet seinen Kraftstoff allein durch Verdichtung. Er presst reine Luft viel stärker zusammen als ein Benziner, im Verhältnis von etwa 15:1 bis 23:1 statt rund 10:1, und erhitzt sie dabei auf mehrere Hundert Grad. Der eingespritzte Diesel entzündet sich in dieser heißen Luft von selbst, ein Funke ist nicht nötig. Diesel haben zwar Glühkerzen, die heizen aber nur den Brennraum für den Kaltstart vor und bestimmen nicht den Zündzeitpunkt.
Wie viel Volt erzeugt eine Zündkerze?
Gar keine: Die Spannung kommt von der Zündspule. Sie macht aus den 12 Volt der Batterie einen kurzen Stoß von meist 10.000 bis 40.000 Volt, je nach Elektrodenabstand, Druck im Zylinder und Verschleiß der Kerze. Die Zündkerze gibt dieser Spannung nur die Funkenstrecke, über die sie springen kann.
Wann zündet die Zündkerze?
Gegen Ende des Verdichtungstakts, kurz bevor der Kolben oben ankommt: bei echten Ottomotoren etwa 10° bis 30° Kurbelwinkel vor dem oberen Totpunkt, bei hoher Drehzahl früher. Im 3D-Motor der Tour zündet sie 10° vor OT, und der Druck ist etwa 20° nach OT am höchsten.
Welche Zündfolge hat ein Vierzylinder?
Die meisten Reihenvierzylinder zünden in der Folge 1-3-4-2, manche in 1-2-4-3. In beiden Fällen zündet alle halbe Kurbelwellenumdrehung ein Zylinder. Zylinder 1 ist meist der an der Seite mit Zahnriemen oder Steuerkette, gegenüber vom Schwungrad. Bevor du am Motor arbeitest, schau trotzdem in die Unterlagen für dein Modell.
Wie merkt man, dass eine Zündkerze defekt ist?
Typisch sind Zündaussetzer: Der Motor ruckelt, läuft im Leerlauf unrund, zieht beim Beschleunigen schlecht und springt schwer an. Dazu kommen ein höherer Verbrauch und oft die Motorkontrollleuchte. Ist das Wechselintervall laut Wartungsplan erreicht, meist 30.000 bis 50.000 km bei Kupferkerzen und etwa 100.000 km bei Platin und Iridium, sollten die Kerzen ohnehin raus.
Was passiert, wenn man die Zündkerze nicht wechselt?
Die Elektroden brennen ab, der Spalt wird größer, und die Zündspule muss immer mehr Spannung liefern. Irgendwann setzen die Funken aus: Der Motor verliert Leistung, verbraucht mehr und läuft unrund. Unverbrannter Kraftstoff kann den Katalysator beschädigen, und die überlastete Zündspule kann ausfallen. Eine sehr alte Kerze kann außerdem im Gewinde festbacken und sich nur schwer herausdrehen lassen.
KI-generierte Simulation. Sie kann Fehler enthalten.

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