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Wärmepumpe

Wärmepumpe · Frage 1 von 3

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht, sie pumpt sie. Draußen nimmt ein kaltes Kältemittel Wärme aus der Luft auf, auch im Winter; ein Verdichter presst es zusammen, bis es heiß ist, und diese Wärme geht ins Heizungswasser. Bei 7 °C bringen 1,4 kW Strom etwa 7,4 kW Wärme ins Haus; der Rest kommt aus der Luft.

In dieser Tour lernst du die vier Bauteile kennen, findest heraus, wie eine Flüssigkeit bei 4 °C sieden kann, fährst einmal im Kreis mit, schaltest den Verdichter ab und schickst das Gerät unter null.

15 Schritte · Einsteiger · kostenlos, ohne Anmeldung

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe neben einem aufgeschnittenen Haus, mit dem Kältemittel in der Außeneinheit und der Wärme, die in die Fußbodenheizung geht

Eine Wärmepumpe pumpt Wärme, statt sie zu erzeugen

Viele stellen sich eine Wärmepumpe wie eine bessere Elektroheizung vor: Sie hängt am Strom, das Haus wird warm, also wird wohl der Strom zu Wärme. So arbeitet ein Heizlüfter, und der gibt genau so viel Wärme ab, wie er Strom zieht: 1 kW Strom, 1 kW Wärme.

Eine Wärmepumpe gibt ein Vielfaches davon ab. Laut Datenblatt einer echten Luft-Wasser-Wärmepumpe der 10-kW-Klasse (Viessmann Vitocal 250-A) bringen 1,38 kW Strom bei 7 °C Außentemperatur und 35 °C Vorlauf 7,3 kW Wärme ins Heizungswasser, eine Leistungszahl (COP) von 5,3. Selbst bei −7 °C liefert sie 9,7 kW für 3,07 kW: 6,6 kW dieser Wärme stammen aus Luft mit −7 °C.

Die Bilanz ist einfach: Die Wärme, die im Haus ankommt, ist die Wärme von draußen plus der Strom, den der Verdichter braucht. (Ein kleiner Teil, der Strom der Ventilatoren, erwärmt stattdessen die Außenluft.) Der Strom wird also nicht zur Wärme, er treibt eine Maschine an, die Wärme aus dem kalten Garten ins warme Haus trägt. Ein Kühlschrank macht dasselbe andersherum: Er pumpt Wärme aus seinem Inneren und gibt sie hinten an die Küche ab.

Die Tour, nacherzählt

Schritt für Schritt

Schritt 2 von 15 · Erklären

Vier Bauteile in einem geschlossenen Kreislauf

Die Außeneinheit im Garten enthält den ganzen Kältekreis. Ins Haus laufen nur Wasserrohre, zur Umwälzpumpe im Keller und weiter zur Fußbodenheizung. Ein Kabel bringt Strom in den Kasten; der größte Teil treibt den Verdichter an, ein kleiner die Ventilatoren und die Regelung.

Innen läuft ein Kältemittel in einem geschlossenen Kreis und kommt an vier Bauteilen vorbei. Im Verdampfer, den Lamellen hinter den Ventilatoren, nimmt das kalte Kältemittel Wärme aus der Luft auf. Der Verdichter presst es zusammen, dabei wird es heiß. Im Verflüssiger, einem Stapel aus Stahlplatten, gibt es diese Wärme ans Heizungswasser ab. Das Expansionsventil lässt den Druck fallen, und das Kältemittel ist wieder kalt.

Die geöffnete Außeneinheit mit ihren vier Hauptbauteilen hervorgehoben und beschriftet: Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil
Schritt 2 von 15 · Erklären · Vier Bauteile, ein KreislaufDiesen Schritt in 3D öffnen

Schritt 3 von 15 · Vorhersagen

Der Strom treibt den Verdichter, die Luft liefert den Großteil der Wärme

Im Modell zieht das Gerät bei 7 °C draußen rund 1.400 W und gibt etwa 7.400 W Wärme ans Wasser ab: ein COP von 5,2, nah an den 5,3 aus dem Datenblatt. Etwa 6.100 W davon kommen aus der Außenluft, rund 1.300 W sind die Arbeit von Verdichter und Wasserpumpe, die ebenfalls im Wasser landet. Die etwa 150 W der Ventilatoren gehen mit der Luft davon, die aus dem Gerät strömt.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe neben einem aufgeschnittenen Haus, noch ausgeschaltet: die Außeneinheit mit ihrem Stromkabel, der Pufferspeicher im Keller und die Fußbodenheizung
Schritt 3 von 15 · Vorhersagen · Strom rein, Wärme rausDiesen Schritt in 3D öffnen

Schritt 4 von 15 · Vorhersagen

Auch kalte Luft wärmt ein noch kälteres Kältemittel

Ein häufiger Einwand: Luft mit 7 °C oder gar −7 °C hat doch keine Wärme mehr übrig. Doch kalt heißt nur weniger Wärme, nicht keine. Wärme fließt von warm nach kalt, die Wärmepumpe braucht also nur etwas, das kälter ist als die Luft.

Das ist das Kältemittel, hier Propan. Im Verdampfer, den Lamellen hinter den Ventilatoren, siedet es bei etwa 3,5 °C. Die 7 °C warme Luft, die durch die Lamellen strömt, wärmt es und verlässt das Gerät etwa 4 Grad kälter; das siedende Propan nimmt dabei rund 6.100 W auf.

Die geöffnete Außeneinheit: Luft strömt durch die Verdampferlamellen hinter den beiden Ventilatoren, während das Gerät 7.394 W Wärme abgibt
Schritt 4 von 15 · Vorhersagen · Wärme aus kalter Luft?Diesen Schritt in 3D öffnen

Schritt 5 von 15 · Erklären

Sieden heißt nicht heiß

Sieden heißt nur, dass eine Flüssigkeit zu Gas wird, und bei welcher Temperatur das passiert, hängt vom Druck ab. Wasser kocht bei normalem Luftdruck bei 100 °C, auf dem Gipfel des Mount Everest schon bei etwa 70 °C und im Schnellkochtopf erst bei etwa 120 °C. Propan, das als Campinggas verkauft wird, siedet bei normalem Luftdruck schon bei −42 °C; flüssig bleibt es nur in der Druckkartusche.

Im Verdampfer ist der Druck so eingestellt, dass das Propan bei etwa 3,5 °C siedet. Sieden schluckt viel Wärme: Darum kühlt Schweiß die Haut, und darum wird eine Spraydose beim Sprühen kalt. Das siedende Propan holt sich diese Wärme aus der Luft, die durch die Lamellen strömt.

Nahaufnahme der Verdampferlamellen: Kleine Kältemitteltropfen blähen sich zu größeren Dampfblasen auf, während das Kältemittel in 7 °C kalter Luft bei 4 °C siedet
Schritt 5 von 15 · Erklären · Es siedet bei 4 °CDiesen Schritt in 3D öffnen

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Schritt 8 von 15 · Ausprobieren

Ohne niedrigen Druck keine kalte Seite

Das Expansionsventil hält den Druck im Verdampfer niedrig. Im Modell kannst du es ganz öffnen: Innerhalb von etwa 15 Sekunden steigt die Verdampfungstemperatur auf 7 °C, so warm wie die Luft, und die Wärme aus der Luft fällt fast auf null. Erst der niedrige Druck lässt das Kältemittel kalt sieden; ohne ihn kann eine Wärmepumpe der Luft keine Wärme entziehen.

Die geöffnete Außeneinheit mit hervorgehobenem Expansionsventil und Verdampfer, während das Kältemittel bei 4 °C siedet und der Luft 6.122 W entzieht
Schritt 8 von 15 · Ausprobieren · Ohne niedrigen DruckDiesen Schritt in 3D öffnen

Schritt 10 von 15 · Erklären

Eine Runde im Kältekreislauf: verdampfen, verdichten, verflüssigen, entspannen

Das Kältemittel verlässt den Verdampfer als kalter Dampf, unter 10 °C. Der Verdichter presst ihn zusammen, und Zusammenpressen erhitzt ein Gas, wie die Luft in einer Fahrradpumpe: Er kommt mit etwa 54 °C heraus, heißer als das 35 °C warme Heizungswasser.

Im Verflüssiger, einem Stapel aus Stahlplatten, gibt der heiße Dampf seine Wärme ans Wasser ab und wird flüssig; er verlässt ihn mit etwa 34 °C. Das ist immer noch wärmer als das Wasser, das mit etwa 30 °C vom Fußboden zurückkommt und das er zuerst erwärmt.

Dann lässt das Expansionsventil, eine enge Öffnung, den Druck fallen. Beim niedrigen Druck verdampft etwa ein Fünftel der Flüssigkeit sofort und holt sich die Wärme dafür aus dem Rest, der auf ein paar Grad über null abkühlt. Der Verdichter macht das Kältemittel also heiß, das Ventil macht es kalt. Die kalte Mischung strömt in den Verdampfer, und die Runde beginnt von vorn.

Der Verflüssiger aus der Nähe: Heißer Kältemitteldampf wird zwischen den Platten wieder flüssig und gibt seine Wärme ans Heizungswasser ab
Schritt 10 von 15 · Erklären · Die Wärme kommt zurückDiesen Schritt in 3D öffnen

Schritt 13 von 15 · Vorhersagen

Ohne Verdichter fließt keine Wärme

Bleibt der Verdichter stehen, während Ventilatoren und Wasserpumpe weiterlaufen, könnte man erwarten, dass die Ventilatoren wenigstens etwas Wärme ins Haus blasen. Tun sie nicht: Die Wärmeabgabe fällt sofort auf 0 W. Übrig bleiben rund 180 W Strom für Ventilatoren, Pumpe und Regelung.

Ohne Verdichter wird das Kältemittel nicht zusammengepresst, also nie heißer als das Wasser, und das Propan in der Außeneinheit nimmt einfach die Temperatur der Luft an. Wärme fließt nie von selbst von kalt nach warm. Der Verdichter hebt sie vom 7 °C kalten Garten ins 35 °C warme Wasser: Er ist die Pumpe in der Wärmepumpe.

Der aufgeschnittene Verdichter in der Außeneinheit, in Betrieb, neben Ventilator und Rohren
Schritt 13 von 15 · Vorhersagen · Verdichter ausDiesen Schritt in 3D öffnen

Schritt 15 von 15 · Quiz

Auch unter null arbeitet sie weiter

Bei −7 °C draußen sinkt der Druck im Verdampfer weiter, und das Propan siedet bei etwa −10 °C, immer noch kälter als die Luft. Es fließt weiter Wärme hinein: etwa 3.700 W aus −7 °C kalter Luft. Bei der mittleren Verdichterdrehzahl des Modells werden daraus etwa 5.000 W Wärme für 1.300 W Strom, ein COP von 3,8.

An einem kalten Tag braucht das Haus mehr, also dreht der Verdichter schneller. Das Propan siedet dann noch kälter, bei etwa −13 °C, und der COP sinkt: im Modell auf etwa 3,3, im Datenblatt auf 3,16 (9,7 kW Wärme für 3,07 kW Strom). Das ist immer noch mehr als dreimal so viel wie bei einem Heizlüfter. Das Gerät aus dem Datenblatt heizt bis −20 °C Außentemperatur.

Die Wärmepumpe bei −7 °C: Die Energiebilanz zeigt 3,7 kW aus der Luft plus 1,3 kW Strom, zusammen 5,0 kW ins Haus, COP 3,8
Schritt 15 von 15 · Quiz · Teste dichDiesen Schritt in 3D öffnen

Luft, Erdreich oder Grundwasser: woher die Wärme kommt

Dieses Modell holt seine Wärme aus der Außenluft, die häufigste Variante. Luft kostet nichts und braucht nur einen Platz für das Gerät, ist aber genau dann am kältesten, wenn das Haus am meisten Wärme braucht: Übers Jahr schwankt sie in Deutschland etwa zwischen −15 und +35 °C.

Ab etwa 10 m Tiefe bleibt das Erdreich das ganze Jahr bei rund 10 °C. Eine Sole-Wärmepumpe schickt Sole durch eine etwa 100 m tiefe Erdsonde und bekommt sie mit etwa 0 bis 10 °C zurück; eine Grundwasser-Wärmepumpe fördert Wasser mit 7 bis 12 °C, selbst am kältesten Tag. Kleinerer Temperaturhub heißt besserer COP: In Feldtests des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden erreichten Luft-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 3,1 bis 3,4, Erdwärmepumpen 4,1 bis 4,3. Bohrung oder Brunnen kosten mehr und brauchen eine Genehmigung.

Warum die Vorlauftemperatur zählt

Je kälter die Quelle und je heißer das Wasser, desto höher muss der Verdichter die Wärme heben, und desto mehr Strom kostet jede Kilowattstunde Wärme. Im Datenblatt liegt der COP bei −7 °C draußen für 35 °C Vorlauf bei 3,16, für 55 °C nur bei 2,13.

Deshalb passt eine Wärmepumpe so gut zur Fußbodenheizung, die ein Haus mit 30 bis 35 °C warmem Wasser heizt. Heizkörper brauchen heißeres Wasser, weil ihre Fläche kleiner ist, aber oft weniger als gedacht: In den Fraunhofer-Feldtests kamen Heizkörper in Bestandsgebäuden mit einer maximalen Vorlauftemperatur von etwa 44 bis 45 °C aus.

Derselbe Kreislauf kann kühlen

Viele Luft-Wasser-Wärmepumpen können auch kühlen. Ein Vierwegeventil vertauscht dafür die Rollen der beiden Wärmeübertrager: Der Plattenwärmeübertrager wird zum Verdampfer und entzieht dem Wasser Wärme, der Lamellenblock draußen wird zum Verflüssiger und gibt sie an die Luft ab. Das Gerät aus dem Datenblatt kühlt bei 35 °C draußen Wasser auf 7 °C, mit 3,9 kW Kälteleistung für 1,18 kW Strom.

Kühlschrank und Klimaanlage sind dieselbe Maschine mit anderem Auftrag: Bei ihnen ist die kalte Seite die gewünschte.

Was das Modell vereinfacht

Das Modell ist einem echten Gerät und seinem Datenblatt nachgebaut, mit einem Kältemittel, Propan (R290), und echten Stoffdaten. Es rechnet im eingeschwungenen Zustand und erreicht jeden neuen Zustand mit einfachen Verzögerungen, ohne Anlaufeffekte, Öl oder wandernde Kältemittelfüllung. Rohre und Wärmeübertrager haben keine Druckverluste, deshalb sind die Linien im p-h-Diagramm waagrecht. Überhitzung und Unterkühlung sind fest. Das Abtauen ist eine einfache Umkehr von vier Minuten, die in dieser Tour nicht vorkommt. Das Kältemittel strömt etwa zehnmal langsamer als in einem echten Gerät, damit du einer Runde folgen kannst.

FAQ

Häufige Fragen

Erzeugt eine Wärmepumpe Wärme?
Nein, sie verschiebt sie. Die Wärme, die im Haus ankommt, ist die Wärme aus Luft, Erdreich oder Wasser plus der Strom für den Verdichter. Bei 7 °C draußen holt ein typisches Gerät rund 6 kW aus der Luft und gibt etwa 1,3 kW Arbeit dazu.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Übers Jahr etwa 1 kWh Strom für 3 bis 4 kWh Wärme: Feldtests des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden ergaben Jahresarbeitszahlen von 3,1 bis 3,4 für Luft- und 4,1 bis 4,3 für Erdwärmepumpen. Im Normpunkt braucht das Gerät aus dem Datenblatt 1,38 kW für 7,3 kW Wärme.
Was sind die Nachteile einer Wärmepumpe?
Ihre Effizienz sinkt, je größer der Temperaturhub ist, also an sehr kalten Tagen und bei hohen Vorlauftemperaturen. Die Außeneinheit ist hörbar, eine Erdwärmepumpe braucht eine Bohrung, und die Anschaffung kostet mehr als ein Gaskessel.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Geräusche machen die Ventilatoren und der Verdichter der Außeneinheit. Für das Gerät aus dem Datenblatt ist ein Schallleistungspegel von 49 bis 58 dB(A) angegeben; wie laut es beim Nachbarn ankommt, hängt von Abstand und Wänden in der Nähe ab.
Was kostet eine Wärmepumpe?
Der Kaufpreis hängt vom Haus, der Wärmequelle und der Förderung ab, eine einzelne Zahl gibt es nicht. Die Betriebskosten lassen sich leicht abschätzen: Wärmebedarf pro Jahr geteilt durch die Jahresarbeitszahl (3 bis 4), mal Strompreis.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja, oft besser als erwartet. In Feldtests des Fraunhofer ISE erreichten Wärmepumpen in Bestandsgebäuden mit Heizkörpern Jahresarbeitszahlen über 3, brauchten im Schnitt höchstens etwa 44 bis 45 °C Vorlauf, und der Heizstab lieferte nur 1,3 bis 1,9 % des Stroms.
KI-generierte Simulation. Sie kann Fehler enthalten.

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